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U-Verlagerung Anke - Geheime unterirdische Torpedoproduktion im Thüringer Schiefergebirge - 5.0 out of 5 based on 4 votes

U-Verlagerung Anke

 

In der Schiefergrube der Gebr. Grosser welche über 5 Sohlen verfügt wurde nach einer ausgiebigen Untersuchung von Geologen des RMfRuK im Juli 1944 kurze Zeit später der Beschluss gefasst in der Dachschiefergrube eine U-Verlagerung einzurichten. Die U-Verlagerung wurde für die Torpedofertigung und -lagerung des TAM Rudolstadt freigegeben und erhielt die Baunummer 139. Als Bauherr war die OT-Einsatzgruppe IV (Kyffhäuser) aus Weimar, Thüringen beauftragt worden. Zuvor wurde das Bergwerk für die geplante Herstellung von Mehrspindelautomaten der Fa. Pittler & Sohn A.G., Leipzig freigegeben aber kurzer Zeit später wieder gestrichen.

In der Dachschiefergrube mit den 5 Sohlen (546 m, 491 m, 461 m, 435 m, 406 m) sollte eine Nutzfläche von 5000 m2 in der 4. Und 5. Sohle erschaffen werden. Die U-Verlagerungen Rosalie sowie die U-Verlagerung Anke war eine Art Notprogamm innerhalb der Teileverlagerung der Torpedoarsenal Mitte (TAM). Den die TAM beauftragte ein unterirdisches Hauptwerk mit dem Decknamen Meerschaum und bekam es bewilligt. Da das Hauptwerk jedoch ein Neubau und Großprojekt war wurde vorzeitig die kriegswichtige Produktion der TAM in Rosalie und Anke beschlossen. Die untersten beiden Sohle der Schiefergrube der Gebrüder Grosser besaßen einen relativ großen Förderstollen der nur leicht erweitert werden musste sowie mehrere große Thüringer Hohlbaue in dem die Produktionsfläche für die Verlagerung schnell eingebaut werden konnte. Die beantragte unterirdische Produktionsfläche betrug 5.000 Quadratmeter wobei 3.000 qm auf die Montage und 2.000 qm auf die Lagerung fielen.Durch eine Bestandsaufnahme vom Reichsministerium wurde das Schiefer-Bergwerk am 18.07.1944 zuerst, wie zuvor schon kurz geschrieben, für die Firma Pittler und Sohn aus Leipzig gesperrt. Die Firma wollte auf 6.000 m² Produktionsfläche Ihre Mehrspindelautomaten dort produzieren. Doch hierzu kam es nach einer erneuten Vermessung nicht. Die Gegebenheiten entsprachen nicht für die Fertigung der Firma. Nachdem die Stollenanlage erneut vermessen war und Teilweise auch für die Geilenberg-Projekte "Steinbock 2" und "Kybol 2" in Betracht gezogen wurde, wurden die unterirdischen Hohlräume am 23.11.1944 neu vergeben. Die Tam bekam nun die Schiefergrube ab November 1944 letztendlich für Ihr sogenanntes Notprogramm zugeschrieben und erhielt den Decknamen Anke dafür. Anke ist eigentlich ja ein Frauenname aber Anke ist auch eine Fischart so dass der Deckname für die Schiefergrube passt!

Ab Ende November 1944 begann man bereits mit den Ausbauarbeiten unteranderem an der Erweiterung der Stollenquerschnitte, Verlegung von Transportgleisen und an der ausreichenden Bewetterung der Grubenbaue in dem gearbeitet wurde. Die 17 Personen der Schiefergrube die bis dato für die Gebrüder Grosser im Bergwerk arbeiten wurden in dem Umbau und Ausbau der zuvor genehmigten Sohlen intrigiert. Es waren 4 ausgebildete Bergmänner und 13 Hilfsarbeiter. Das weitere Personal würde von der Kriegsmarine, wozu ja auch die Tam gehört, gestellt. Zwangsarbeiter für den Umbau und die Schwerstarbeiten wurden von der OT organisiert. Hierfür verlegte sie sowjetische Zwangsarbeiter zur Baustelle. Die kompletten Bauarbeiten und Umbau im und am Schieferbergwerk wurden vom Baurat Kelmstedter und Diplom-Ingenieur Steiger der TAM koordiniert und von dem der Organisation Todt angegliederten Bergamt Weimar stand Professor Doktor Wöhlbier zu allen bergbautechnischen Fragen und Aufgaben der Baustelle zur stetigen Verfügung. Die Ausbau und Umbauarbeiten gingen rasch voran. Für die Arbeiten wurde die im Loquitztal verlaufende 30 Kilovolt-Leitung angezapft und die benötigten zwei Kubikmeter Brauch- und Kühlwasser pro Stunde für die Maschinen in den späteren Fertigungsbereichen entnahm man durch Leitungen von der Loquitz. Die Hallen bzw. Thüringischen Hohlbaue wurden von 1-17 durchnummeriert. Einige der Nummern kann man heute noch im Bergwerk wiederfinden. Nach den geringen Umbauarbeiten wurden dann bereits die Montagebänder für die Torpedos, welche eine Breite von neun Metern hatten, in die vorbereiteten Hallen installiert. Sofort wurde die Produktion auf den fertig gestellten Bändern aufgenommen. Nebenher baute man andere Abbauhallen weiter aus. Die Tam hatte anfangs ein Ziel von 500 Torpedos, pro Monat, herzustellen. Ende des Jahres wollte man schon 1.500 Torpedos pro Monat herstellen. Man erkennt direkt das die U-Verlagerung wirklich ein Notprogramm war und extrem schnell realisiert wurde. Man baute quasi innerhalb weniger Wochen die untertägigen Gegebenheiten aus und installierte zudem noch die Fertigungsbänder. Die obere Sohle wurde übrigens nur zur Lagerung der Torpedos verwendet. Die Produktion der Torpedos lief Januar 1945 an. Danach ließen sich die Vertreter der TAM kaum noch blicken den sie hatten nur noch Augen und den Sinn für das Hauptwerk in der U-Verlagerung Meerschaum. Im Februar 1945 war dann der Abbruch der Ausbauarbeiten befehligt worden.

 

Mittlerweile verschandeln viele Urbexer die Schiefergrube durch Müll und Unrat sowie diverse Sprayer Aktionen. Die umliegenden Anwohner sind immer hellhöriger und sensibler und es waren bereits mehrfach Streifenwagen vor Ort! Zeitweilig wurde bereits von Überwachungsaktionen berichtet. Das kommt davon wenn Personen ohne nachzudenken Orte und dessen Koordinaten an jeden weiter geben… Die makabrere Geschichte des Ortes wird mit Füßen getreten.

 

Weitere Webseiten über die Untertage-Verlagerung mit dem Decknamen Anke:

 

 

Fotogalerie U-Verlagerung Anke

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