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 Übertage & Untertage Berichte mit vielen Fotografien


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Altbergbau & U-Verlagerungstour 2015 Thüringen/Sachsen - 4.9 out of 5 based on 10 votes

Thüringen & Sachsen Exkursion 2015

Pausa das Basislager und die Erdachse…

…rund um diverse unbekannte U-Verlagerungen und Bergwerke

 

Ende des Jahres 2014 planten wir mehrere Exkursionen unteranderem auch eine die nach Sachsen & Thüringen gehen sollte. Diese Exkursion sollte 1 Woche lang sein. Nach Der Planung der einzelnen Touren wurden dann die einzelnen nach und nach ausgearbeitet und ein jeder konnte Wünsche mit einbringen.  Das Grundgerüst der Exkursion war bereits geplant und so wurde aller weitere einem Teammitglied von uns übertragen.  Dies war ich (Svenska) ich hatte die Aufgabe und Planung einzelner Touren zu organisieren. Der Urlaubzeitpunkt näherte sich und alles kam anders als geplant und die komplette Tour musste innerhalb von 4 Tagen um geplant werden.  Selbst das Basislager war bis 14 Tage vorher nicht mehr klar. Kurzerhand wir mussten einfach alles völlig neuplanen und das Vor und nach zwei weitere größerer Exkursionstouren.  Aber es geht nichts über gute Zusammenarbeit, Teamgeist und sehr gute Freunde und Bekannte. Ganz kurzfristig erhielten wir ein Basislager in Sachsen ganz nahe an der thüringischen Grenze.  Ein absolut idealer Ort für entspannte Such- und Befahrungstouren. Nach also das Basislager bekannt war konnte ich mich an die Planung machen. Mit diversen Büchern, Excel Tabellen und Google-Earth machte ich mich an die Arbeit und erfasste Tagestouren mit eventuellen Ausweichspunkten in der Umgebung. Es war nicht einfach interessante und potenzielle Ziele heraus zu suchen. Wo sind sie genau, wie sehen sie aus, was ist dort machbar was nicht. Wie und wann muss man parken… Fragen über Fragen die man am besten alle beantworten sollte. Der Kopf rauchte und das Arbeitszimmer wurde immer heißer durch die ganzen Rechner und Laptops die an waren und diverse Infos anzeigten oder suchten. 2 Tage und Nächte dauerte die spontane Planung für die Pausatour mit den Decknamen „Alte Freunde und etliche neue U-Verlagerung sowie ein bisschen Bergbau“. Als die Planung fertig war und ausgedruckt wurde mussten wir auch schon bereits das Equipment raussuchen und packen. Samstags morgens um 10 nahmen wir unseren besten Untertage Freund und Begleiter mit. Es ging von Stollenhausen (Wuppertal) nach Ibbenbüren wo wir uns stärkten. Von Ibbenbüren ging es dann durch mehrere Bundesländer gemütlich nach Pausa im schönen Sachsen. Dort wurden wir abends in unserem hergerichteten Basislager von den Bunkersachsen herzlich empfangen.  Das Basislager war eine wunderbare Gartenlaube umgeben und bewacht von einer Ziege, Gänsen und mehreren Enten, Wachteln und Tauben sowie Hasen und Igels. Auch für das Leibliche Wohl wurde von unseren Freunden dort bestens gesorgt. Wir verhungerten und verdursteten also nicht. Da das Basislager in Pausa lag, wo man bekanntlich die Erdachse schmiert – damit diese sich auch ordentlich dreht, gabs es das pausarische Ritual mit der Schmierung der Erdachse…. Ja wir schmierten diese ordentlich, reichlich… damit diese sich ja auch weiter drehe… Naja Team Mitglied Eismann von Übertage-Untertage hatte etwas zu viel geschmiert… oder aber auch vielleicht falsch, jedenfalls fiel er fasst am ersten Exkursionstag aus. Aber nur fast. Morgens früh wurden wir sanft um 3-4 Uhr geweckt… Kickeriki unser lebender Wecker meldete sich und meldete sich wieder und wieder… So waren wir jeden Tag früh morgens bereits hellwach und hatten viel Zeit um zu Suchen und zu befahren. Nach einem sehr üppigen und leckeren Frühstück ging es mal nach Sachsen oder Thüringen manchmal waren wir auch in Bayern und dann mal wieder fast Niedersachsen. Wir suchten wenig bekannte und unbekannte U-Verlagerungen und nahmen am Rande auch so mach gefunden Stollen mit… Na einmal muss man doch ins dunkle reinschauen… könnte ja gut wettern und tief in den Berg gehen. Zu unserem Pech ging jeder gefundene Stollen tief in den Berg oftmals verzweigte sich der Stollen auch ein bis zehnfach… Wir brauchten eiserne Nerven und eine neue Strategie… keine Stollen mehr am Rande von Exkursionstouren sonst würden wir unseren Plan nicht einhalten können. Naja für einen Montanhistorisch interessierten mit Leib und Seele eine echt schwere Aufgabe. Trost gab es nur das unsere gesuchten unbekannten und unentdeckten U-Verlagerungen meist in Stollen bzw. Bergwerken liegen sollten. Also auf… Helm auf und Geleucht an und ab ging es in den ersten gefunden Stollen, dieser musste erst auf gewältigt werden. Aber dann wetterte dieser ziemlich gut und war unmittelbar an einem Bergwerk wo einst eine U-Verlagerung geplant bzw. eingerichtet war. Es ging über den ersten Verbruch dann über einen zweiten und dann konnten wir gehen und gehen. Der Stollen verzweigte sich nach links und rechts und wir gingen gradeaus bis wir zu einem riesigen tiefen Loch ankamen. Ein thüringischer Hohlbau. Unsere extremen LED-Lampen bis über 6000 Lumen erreichten nicht die Sohle! Uns war direkt klar wo wir uns vermutlich befanden. Wir mussten runter kommen. SRT-Zeug hatten wir nicht mit, denn wenn wir das mithaben finden wir nichts… Naja also dokumentieren, fotografieren und raus… weitere Stollen suchen die tiefer lagen. Nach einer gewissen Zeit sind wir aus dem Stollenmundloch rausgeschluft und es traf uns der Sommerwetterhammer. Es waren draußen über 35 Grad und im Stollensystem waren es gerade mal 6 Grad. Das tat gut… Gepäck auf und die Schieferhalden rauf und runter sowie nach rechts und links bis wir den nächsten Stollen gefunden hatten. Dies passierte mehrfach am Tage und das tagtäglich… Man kann sich denken wie geschafft man dann nach 3-4 Tagen bereits ist. Aber unser gestecktes ehrgeiziges Ziel wollten wir durchhalten bzw. abarbeiten. Wären wir Abends im Basislager nicht so gut bemuttert und umsorgt bzw. versorgt worden hätten wir das wohl nicht durchgehalten. Den selbst einiges Equipment gab auf den diversen Exkursionen den Geist auf… da wäre eine Kamera, mehrere Akkus eine Taschenlampe und ein paar Schuhe von Eismann wo die Stahlsohle unten heraus schaute und tief im Gelände mit Panzerband und anderem geflickt werden sollte. Aber es ging dann doch noch so bis zum Auto. Jeden Abend saßen wir am Lagerfeuer und unterhielten uns mit unseren sächsischen Freunden. Es gab immer leckeres zum Essen. Verdursten taten wir aber auch nicht… Ach da war doch was! Wir waren in Pausa dort wo die Erdachse war… die musste doch geschmiert werden! Mit Axel uns seiner Frau und Bruder ging es dann zum Rasthaus wo wir von der Schmiernippel Kommission empfangen wurden… ähm grübbel. Es war so gegen 16-17 Uhr an einem sehr warmen und sonnigen Tag, ich glaube es war heiß… Aber genau können das alle nicht mehr sagen… Die Erdachsendeckelscharnierschmiernippelkommission am Rathaus empfing uns also und weißte uns ein wie wir die Erdachse schmieren sollten bzw. müssten. Erst mit Schmieröl dann mit Schmierfett und dann nochmal mit Schmieröl und nochmals Schmieröl oder wars Schmierfett? Jedenfalls schmierten und ölten wir die Erdachse ordentlich… ja sie drehte sich danach wieder kräftig die Erde… Das haben wir dann alle einheitlich bejat als wir draußen vorm Rathaus standen. Die vorbeifahrenden Polizisten hatten extra noch einen großen Bogen um uns gemacht, damit uns auch nichts passierte. Bei 34-36 Grad war das von denen auch echt sehr sehr nett und freundlich…. Schließlich hatten wir ja die Erdachse geschmiert und geölt! Der Weg ins Basislager war lang und er wurde immer länger… die Erde drehte sich aber wieder! Das schmieren und ölen machte uns hungrig und auch durstig… es wurde kalt am Lager. Ein Feuer musste her und ja wir waren am Rande von Thüringen, da isst man halt leckere Thüringer Würstchen. Bis tief in die Nacht wurde diskutiert und beraten bis wir alle ins Bett wollten oder getragen wurden oder vorm Feuer einfach schliefen… Die Nacht war lang den der Hahn schien ebenfalls gefeiert zu haben, er weckte uns erst um 4.30 das erste mal. Naja wir sind Befahrer… um 8 aufgestanden da Waasia die Ziege an der Türe stand und spielen wollte! Ja wenn Waasia spielen mag muss gespielt werden… Weil Waasia kann auch anders ist halt nen Ziegenweib und die kann wenn sie mag ziemlich gut Bocken!?! Naja halt ein guter Ziegenbock in Form einer Frau. Also spielten wir was mit Waasia den danach durften wir hoch zum Frühstück zu Axel und seiner Frau. Sie wartet schon mit Ihren Papagei auf der Schulter und servierte uns ein grandioses Frühstück. Danach waren alle Sorgen vergessen und wir konnten wieder los… Ein wenig Altbergbau stand mal zur Abwechslung auf dem Programm draus wurde leider nichts da das Bergwerk diverse U-Verlagerungsindizien auf weißte. Danach gab es aber dann wirklich mal nur Bergbau, Altbergbau…. Feinster Altbergbau. In 6 Tagen sind wir knapp 2200 km gefahren und haben 7 Bundesländer befahren und jeden Tag zwei U-Verlagerungen und ein wenig Altbergbau erkundet. Es war eine anstrengende aber auch sehr spannende, lustige und erfolgreiche Woche. Aber das Beste war wir haben wieder unsere Freunde in Sachsen besucht gehabt! Am letzten Abend gab es dann noch ein großes Befahrertreffen und ein wunderbares leckeres Essen sowie ein riesiges Lagerfeuer. Zuvor haben wir noch eine gemeinsame Befahrung gemacht. Es war ein toller und gelungener Abschlusstag in Sachen.

Gesamt sind wir gute 40km durch Thüringischen und Sächsischen Wald gewandert, Hügel und Berge sowie vielen Halden rauf und runter geschlendert und das bei kalten Außentemperaturen von 32-37 Grad. Was uns wunderte wir haben keine Zecken gesehen oder gehabt. Selten in diesem Gebiet. Trotz das alles vor der Exkursion nur schief lief was schieflaufen kann war es ein wundervoller Exkursionsurlaub den alle beteiligten nicht vergessen werden. Bleibt gespannt was sich aus diesen 7 Tagen alles an Berichten und Dokumentationen ergeben wird…

 

Glückauf! und danke allen beteiligten für die reibungslose Exkursionswoche… nein nein es lag nicht am schmieren der Erdachse!

Mehr Altbergbau und U-Verlagerungen in einer Woche geht nicht! Vor allem wen man nicht nur 2-3 Fotos macht und blind durch die Stollen irrt.

 

 

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